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Berechtigte Kritik zum Lehrplan 21

Zeiten ändern sich. Mit neuen Medien vertraute, selbstsichere und wortgewandte Jugendliche bewerben sich um Lehrstellen. Im Gegensatz zu diesen erfreulichen Eigenschaften bemängeln seit Jahren Lehrmeister und weiterführende Schulen die oft ungenügenden Grundlagen der Schulabgänger in Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften und nicht selten auch fehlende Zielstrebigkeit und Durchhaltewillen. Unsere Milizarmee ist von den Folgen direkt betroffen.
In den meisten Kantonen wurde Reform über Reform durchgeführt und teilweise bereits wieder rückgängig gemacht. Die Qualität der Schule für die Schülerinnen und Schüler wurde nicht verbessert, im Gegenteil. Hauptsache: Das Heer von Erziehungswissenschaftlern und Bildungsbürokraten wurde beschäftigt. – Ist der Lehrplan 21 die Lösung für eine Kehrtwende?
Eine Kehrtwende wird angestrebt, aber wie auch von Frau Hanke in ihrem fundierten Artikel „Armee braucht gute Volksschule: Nein zum Lehrplan 21“ zeigt, eine unbrauchbare, ja sogar die Ausbildung gefährdende Lösung will durchgesetzt werden.

Mit Grossreform am Ziel vorbei
In einem Lehrplan sollten klare und überprüfbare Jahresziele für die einzelnen Schulfächer festgeschrieben werden. Mit dem Lehrplan 21 werden stattdessen in vierjährigen Lernzyklen, 2304 Kompetenzstufen gemessen. Vor der Überarbeitung waren es noch deren 3123. Jahrgangsklassen sollen aufgelöst und es soll altersdurchmischt und teilweise leistungsdurchmischt in Gruppen gelernt werden. Nicht die Klassenlehrperson, das Rückgrat einer Schule, sondern sogenannte Coaches sollen die Kinder bei ihrem kompetenzorientierten, selbst gesteuerten Lernen begleiten. Nicht Wissen und Inhalt sind gefragt, sondern Kompetenzen. Schüler müssen nicht den Namen der Hauptstadt von Oesterreich kennen, sondern nur unter Google nachschauen können. Auf den Punkt gebracht: Was als Koordinationsmittel zwischen den Kantonen angepriesen wurde, entpuppt sich als eine Grossreform mit grundlegenden Systemänderungen. Lehrplanverantwortliche und Bildungsdirektoren versuchen diese nun klein zu reden. Die Schule werde sich kaum ändern. Wozu dann der ganze Aufwand?

Viele Eltern und Lehrpersonen sind beunruhigt
Eltern befürchten, dass Lerninhalte und Wissen auf der Strecke bleiben. Nicht nur weniger Begabte sind von selbstgesteuertem Lernen völlig überfordert. Widerstand und die Kritik aus verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Richtungen ist nachvollziehbar. Mehrere Persönlichkeiten aus der Wirtschaft sowie auch Kinderärzte und namhafte Erziehungswissenschaftler setzen grosse Fragezeichen zum überarbeiteten Lehrplan 21 mit den neuen Reformen, dem Konstruktivismus und der Kompetenzorientierung. Erfreulich ist, dass sich eine breite Allianz für eine gute Bildung der Kinder stark macht und Einsatz leistet. In acht Kantonen sind dazu Volksentscheide geplant.

Eine breite, öffentliche Diskussion ist notwendig.
Die Bevölkerung hat das Recht, über so wesentliche Veränderungen ehrlich und offen informiert zu werden, um darüber entscheiden zu können. Solche Reformen sind einschneidend und mit grossen finanziellen Aufwendungen verbunden. Nach einer aufwändigen Erarbeitung des Lehrplans 21 verlangen nun Lehrerverbände berechtigter Weise erforderliche Mittel für die notwendige Weiterbildung, Hilfsmittel und neue Lehrmittel. Wie sollen Kompetenzen überprüft und sinnvoll benotet werden? Wer trägt die Verantwortung? Nachdenklich stimmt, wenn Lehrpersonen mit Repressalien durch Schulleitungen rechnen müssen, falls sie sich für eine ehrliche Bildung einsetzen und das neue Monster Lehrplan 21 kritisch hinterfragen.


Rückblick Wintersession

Liebe Thurgauerinnen und Thurgauer

Die Wintersession 2014 wurde dominiert von zwei Geschäften: Der Energiestrategie 2050, bei welcher der Nationalrat in einer Monsterdebatte um die Zukunft der Schweizer Energieversorgung rang und dem Budget 2015.

Den Ausstieg aus der Kernenergie will der Bundesrat erreichen, indem er einen Subventionstopf in Milliardenhöhe für die Förderung erneuerbarer Energien schafft (über die Erhöhung des Strompreises), Heizöl oder Erdgas künstlich verteuert (Erhöhung der CO2-Abgabe) und die Effizienzvorgaben für Gebäude und Geräte massiv verschärft. Aus meiner Sicht gehört zur Sicherheit eines Landes jedoch auch die Versorgungssicherheit. Es ist unehrlich wie von einer Mehrheit des Nationalrats beschlossen, auf Schweizer Atomstrom verzichten zu wollen, dafür pharisäerhaft solchen von Frankreich oder Strom aus deutschen Braunkohlekraftwerken zu beziehen. Genauso blauäugig ist, zu meinen mit Photovoltaik-Anlagen CO2-Emissionen senken zu können. Denn die Solarzellen werden in China produziert, wo der Strom zu 75% aus Kohle hergestellt wird.

Die Ausgaben im Budget 2015 von 67 Milliarden sind erneut um 1,3 Prozent gestiegen. Ein Sparwille ist da nicht ersichtlich. Im Übrigen werden auch die Einnahmen um 1,9% steigen. Auch dieses Geld kommt vom Bürger und wird grossenteils dem Konsum entzogen. Die Kürzungsanträge wie z.B. für das Heer externer Berater im Bundeshaus waren leider chancenlos.

Meine erste parlamentarische Initiative „konsequentere Verwahrungen statt zu viele und zu teure Therapieprogramme“, kam leider nicht zum Durchbruch. Ich beantragte dem Parlament eine Verschärfung des Strafgesetzbuches von Art.1 Bst.b. Die Prognose hinsichtlich der Therapierbarkeit müsste mithin mehr als 50Prozent erfolgversprechend sein, um von einer Verwahrung abzusehen. Denn für mich gilt nach wie vor „Opferschutz vor Täterschutz“. Da führen auch noch so teure, aufwendige Therapien nicht zum Ziel, sondern belasten vor allem den Steuerzahler.

Ein Lichtblick in dieser Session war die deutliche Ablehnung der schädlichen Erbschaftssteuerinitiative. Die Initiative will einmal mehr in die vielen KMU in Familienbesitz, deren Vermögen oft vollständig im Betrieb investiert ist. Eine Übergabe an die nächste Generation wird damit massiv erschwert oder verhindert. Die Initiative, die im Juni 2015 zur Abstimmung kommen wird, muss mit allen Mitteln bekämpft werden.

Nebst den üblichen Geschäften, fanden auch die Wahlen für das Nationalrats- und das Bundesprädiums statt.

Auch in dieser Session fühlte ich mich in der Fraktion sehr gut aufgehoben und konnte ohne Wissenskonflikte der SVP-Meinung stest zustimmen, ausser bei einer Verkehrsdebatte. Mit dem Rechtsüberholverbot konnte ich mich schlecht einverstanden erklären. Denn schliesslich lasse ich mich persönlich auch nicht rechts überholen.

Für das ausklingende Jahr, die Weihnachtstage und das kommende Jahr wünsche ich Ihnen viele schöne Momente im Kreise Ihrer Familien und alles Gute.


20min: Schweizer Schüler sollen ins Welschlandjahr

Die Notwendigkeit und die Motivation Sprachen zu lernen ist im entsprechenden Sprachraum ein Vielfaches! Deshalb sollen vor allem Schülerinnen und Schüler, die für ihren späteren Beruf Französisch benötigen in der 2. oder 3.Sekundarschulklasse mindestens einen Monat oder das ganze letzte Jahr in einer Sekundarschulklasse der Romandie absolvieren.
Dazu ist jedoch ein gutes Fundament in der deutschen Sprache unumgänglich, das in der Primarschule wieder richtig angeeignet werden muss. Deshalb: Verzicht auf die Alibiübung des Frühfranzösisch in der Primarschule und Forcierung der Sprachaustausche auf Sekundarschulstufe.

Beitrag auf 20min: www.20min.ch/schweiz/news/story/30998380


Artikel: Frühfranzösisch

Artikel Blick am Abend:

http://www.blickamabend.ch/news/thurgau-will-kein-franzoesisch-mehr-an-primarschulen-mit-englisch-schuetten-wir-den-roestigraben-zu-id3051574.html

Artikel 20 Minuten:

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/21740109


Beitrag 20min: „Das Frühfranzösisch war eine Alibi-Übung“

Der Kanton Thurgau will das Frühfranzösisch aus dem Lehrplan kippen. Für welsche Bildungspolitiker ist das ein Angriff auf den nationalen Zusammenhalt. Nationalrätin Verena Herzog: „Das Frühfranzösisch war eine Alibi-Übung und hat den Röstigraben um keinen Millimeter verkleinert.“

2014-08-15-beitrag-20min

Zum ganzen Artikel: www.20min.ch/schweiz/news/story/Welsche-sind-sauer-auf–arrogante-Thurgauer–21740109