Kategorie Archiv: Allgemein

Leserbrief: Stromtarife senken statt „windige“ Investitionen

Vom Ausstieg aus der Kernenergie – davon träumen viele. Eine Reduktion der Kernenergie – das ist realistisch. Aufgabe der Frauenfelder Werkbetriebe ist es, für sicheren und bezahlbaren Strom für Unternehmen und Private zu sorgen. Dass die Werkbetriebe der Stadt Frauenfeld 9 Millionen ausgerechnet in eine Firma im Euroraum, die auf Wind- und Wasserkraft setzt, investieren sollen, ist nicht nachvollziehbar. Erstens soll in die Energieproduktion der Schweiz und nicht im Euroraum, in Deutschland oder Italien, investiert werden. Zweitens geht diese Forderung eines Rahmenkredits von 9 Mio in erneuerbare Energien völlig an der Frauenfelder Bevölkerung vorbei. Es kann doch nicht sein, dass gerade mal 2% der Frauenfelder Stromkunden oder 270 Frauenfelderinnen und Frauenfelder bereit sind, einen persönlichen Strom-Mix mit Naturstromprodukten zu beziehen und das, obwohl dieses Angebot bereits seit acht Jahren besteht – und die Werkbetriebe nun auch die anderen 98 % der Stromkunden dazu verknurren, mit ihren Steuern 9 Millionen in erneuerbare Energien im gesamteuropäischen Raum zu investieren. Allfällige Investitionen sind in erster Linie in der Energieeffizienz, in Leitungsnetze sowie Speichermöglichkeiten zu tätigen oder wenn schon, in erneuerbare Energien vor Ort zu investieren. Statt Investitionen in den "Wind" erwarten die Frauenfelder Stimmbürgerinnen und Stimmbürger viel eher eine Senkung der Stromtarife. Der Rahmenkredit von neun Millionen Franken ist klar abzulehnen.


Interview mit Tagblatt Online

Tagblatt Online, 03. Oktober 2012

«Ich werde die SVP-Politik tragen»

Verena Herzog künftige Nationalrätin

Die Frauenfelder Kantonsrätin Verena Herzog ist erste Ersatzkandidatin auf der SVP- Nationalratsliste und rückt für Peter Spuhler nach.

Frau Herzog, hat Sie Peter Spuhlers Rücktritt überrascht?

Ich habe ursprünglich nicht damit gerechnet, dass der Rücktritt von Peter Spuhler schon in diesem Moment kommt. Ich bin aber vom Präsidenten der SVP Thurgau darüber informiert worden, bevor die Mitteilung an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Werden Sie das Nationalratsmandat annehmen?

Diese Herausforderung nehme ich gerne an – mit viel Respekt aber auch mit Freude und Motivation. Der Regierungsrat muss nun meine Wahl noch formell bestätigen. Das sollte bis zum Rücktritt von Peter Spuhler Ende Jahr passiert sein.

Peter Spuhler ist ein Politiker mit nationaler Ausstrahlung. In solch grosse Fussstapfen zu treten ist undankbar.

Für den Wirtschaftsstandort Schweiz und für den Thurgau ist der Rücktritt von Peter Spuhler ein grosser Verlust. Es ist mir bewusst, dass es für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger einer Persönlichkeit mit einem so grossen Leistungsausweis immer schwierig ist. Aber ich gebe mein Bestes für unser Land und den Kanton Thurgau.

Was werden Ihre Schwerpunkte im Nationalrat sein?

Auch mir liegen Gewerbe und Wirtschaft am Herzen. Es ist wichtig, dass wir unseren Wohlstand sichern können. Wie schon heute im Grossen Rat werde ich mich auch in der Bildungs- und Familienpolitik engagieren. Ein dritter Schwerpunkt ist die Asyl- und Ausländerpolitik.

Peter Spuhler gilt als Gegenspieler von Christoph Blocher. Wie schätzen Sie sich ein?

Ich werde die SVP-Politik tragen, so wie ich das immer gemacht habe. (wid)


TVO – Kurzfilm

TVO – Kurzfilm vom 2.Oktober 2012:

http://www.tvo-online.ch/index.php?article_id=97&day=2012-10-02


Referat zum Thema „Erziehung zwischen Elternhaus und Schule“

Sommeranlass des Fördervereins der PHTG, 19.06.2012

Podiumsdiskussion zum Thema "Erziehung zwischen Elternhaus und Schule"

Sehr geehrte Frau Professor Sieber Sehr geehrter Weibel Geschätzte Mitglieder und Gäste des Fördervereins der PHTG

Ganz herzlichen Dank für die Einladung! Sehr gerne versuche ich heute aus Sicht der Eltern, der Erziehungsverantwortlichen zu sprechen, die in ihrer Rolle und als Vorbild die entscheidende Basis für den späteren Schul-, Berufs- und Lebenserfolg des Kindes legen.

Ich sage bewusst "versuche", da es natürlich sehr verschiedene Sichtweisen der Eltern gibt.

Wenn man bedenkt, wie prägend die ersten 3-5 Lebensjahre für die körperliche, geistige und charakterliche Entwicklung des Kindes sind, so brauchen Eltern auf dem heutigen Podium zwingend eine Stimme. Denn wie oft auch die Familienmodelle und Erziehungsansichten im Laufe der Zeit sich wandeln werden, Eltern werden immer, vom ersten Lebensmoment ihres Kindes bis zu Mündigkeit die herausfordernde und anspruchsvolle Aufgabe der Erziehung und Wertevermittlung haben. Eltern sein heisst, die Pflicht und Aufgabe zu erfüllen, Kinder auf dem Weg zu gesellschaftsfähigen Menschen zu begleiten. Eine folgenreiche Aufgabe, die gerade deshalb Recht auf Unterstützung haben muss.

Gelingt es den Eltern die Neugierde, den Wissensdurst, die Lust am aktiven Ausprobieren (körperlich und geistig) zu wecken und zu erhalten, sind dies wichtigste Voraussetzungen für das Schullernen und sogar lebenslanges Lernen. Verschieden Beispiele könnten hier aufgeführt werden.

Auch mitentscheidend für die Entwicklung der Schullaufbahn des Kindes, ist das heutige Thema "Erziehung zwischen Elternhaus und Schule" oder konkret: die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.

Grundvoraussetzung für die gute Zusammenarbeit ist das gegenseitige Interesse am Geschehen, dass sich Eltern überhaupt für die Schule interessieren und die Schule auch interessiert ist am Elternhaus. – Interesse heisst allerdings für beide Parteien nicht einfach zu fordern und Bedingungen zu stellen, sondern auch eine gewisse Anteilnahme am Geschehen oder sogar Überlegungen anzustellen, wie kann ich den Gegenpart sinnvoll ergänzen und unterstützen, damit das Kind davon profitiert. So, wie es ja auch zwischen Elternpaaren sein sollte, wenn es um das Wohl ihres Kindes geht. Lehrer und Eltern sind im Kontext Schule genauso Erziehungspartner, ähnlich wie das Vater und Mutter in der Familie sind.

Für eine gute Zusammenarbeit ist eine möglichst klare Definition und Akzeptanz der Kernaufgaben des Elternhauses und der Kernaufgaben der Schule erforderlich. Früher war eine relativ klare Aufgabenteilung möglich. Heute laufen wir Gefahr, dass

versucht wird, immer mehr Aufgaben an die Schule zu delegieren. Erziehung kann aber nicht delegiert werden! Es ist eine gemeinsame Aufgabe mit unterschiedlicher Verantwortlichkeit und Zuständigkeit, die eben laufend geklärt werden muss.

Umso wichtiger ist der gegenseitige Informationsaustausch, das Eltern wissen, was in der Schule thematisiert wird und die Schule Kenntnisse hat vom Umfeld der ihr anvertrauten Schüler, von den Ressourcen, aber auch von den Sorgen und Nöten der Familien. Ein konstruktiver, regelmässiger Dialog zwischen Eltern und Lehrpersonen erleichtert und bereichert die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis. Das Kind muss spüren, dass Eltern und Lehrpersonen am gleichen Strick ziehen.

Eine gute Zusammenarbeit benötigt auch klare Regeln. Ich denke, darauf wird die Vertretung der Schule, Herr Steinacher sicher noch zu sprechen kommen.

Sogar gesetzlich ist geregelt, dass Eltern Rechte und Pflichten haben. Mit einem solchen Gesetz werden die beiden Pole, Elternhaus und Schule in Abhängigkeit gebracht. Ein solches Gesetz zeigt auch wie wichtig die Zusammenarbeit, das Miteinander von Schule und Elternhaus genommen wird. Aber das Gesetz zeigt nicht, dass das eine, das Elternhaus, eine ganz entscheidende Basis für das andere, die Schule, ist, wie ich zu Beginn meines Statements erläutert habe.

Deshalb bin ich als Vertreterin von Eltern und Elternorganisationen klare Verfechterin von Elternbildung schon während der Schwangerschaft, präventiv und nicht als Problembehandlung! Elternbildung als freudige, interessante Vorbereitung und Unterstützung für die komplexe, anspruchsvolle und schönste Aufgabe des Elternseins. Elternbildung sollte so selbstverständlich zum Elternsein dazugehören, wie Weiterbildung zu jeder anderen anspruchsvollen Aufgabe auch gehört.

Könnte Elternbildung in der Schule noch mehr integriert werden, zu aktuellen Themen und in Zusammenarbeit mit Fachstellen und Fachpersonen, würde das die Erreichbarkeit erhöhen und den Zugang zu bildungsungewohnten Eltern erleichtern und sicher auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus stärken.

Verena Herzog
Präsidentin TAGEO
Kantons- und Gemeinderätin


Leserbrief: Dispensationen sind für Lernschwache sinnvoll

Leserbrief zu Dispensationen sind für Lernschwache sinnvoll
zu NZZ am Sonntag, 1.Apri 2012

Endlich kommt man zur Vernunft zu Gunsten einer viel gepriesenen aber bislang wenig angewendeten individuellen Förderung der Kinder. – Zwei Fremdsprachen, das wusste man von Beginn weg, sind vor allem für leistungsschwache Schülerinnen und Schüler zuviel. Damit auch diese in ihrem Berufsleben eine Chance haben, sollen diese anstelle der zweiten Fremdsprache dort wo sie Defizite haben, entweder in Deutsch oder Mathematik, gefördert werden. Es braucht nicht noch mehr teure Sondermassnahmen, sondern reguläre, individuelle Förderung aller Kinder. Gratuliere, dass auch die Zürcher Bildungsdirektorin endlich die Realität sieht und sogar bereit ist zu handeln! – Hoffen wir, dass diese absolut dringenden Massnahmen auch die anderen Bildungsdirektoren ergreifen!

Verena Herzog
Kantonsrätin, Frauenfeld