Referat zum Thema „Erziehung zwischen Elternhaus und Schule“


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Sommeranlass des Fördervereins der PHTG, 19.06.2012

Podiumsdiskussion zum Thema "Erziehung zwischen Elternhaus und Schule"

Sehr geehrte Frau Professor Sieber Sehr geehrter Weibel Geschätzte Mitglieder und Gäste des Fördervereins der PHTG

Ganz herzlichen Dank für die Einladung! Sehr gerne versuche ich heute aus Sicht der Eltern, der Erziehungsverantwortlichen zu sprechen, die in ihrer Rolle und als Vorbild die entscheidende Basis für den späteren Schul-, Berufs- und Lebenserfolg des Kindes legen.

Ich sage bewusst "versuche", da es natürlich sehr verschiedene Sichtweisen der Eltern gibt.

Wenn man bedenkt, wie prägend die ersten 3-5 Lebensjahre für die körperliche, geistige und charakterliche Entwicklung des Kindes sind, so brauchen Eltern auf dem heutigen Podium zwingend eine Stimme. Denn wie oft auch die Familienmodelle und Erziehungsansichten im Laufe der Zeit sich wandeln werden, Eltern werden immer, vom ersten Lebensmoment ihres Kindes bis zu Mündigkeit die herausfordernde und anspruchsvolle Aufgabe der Erziehung und Wertevermittlung haben. Eltern sein heisst, die Pflicht und Aufgabe zu erfüllen, Kinder auf dem Weg zu gesellschaftsfähigen Menschen zu begleiten. Eine folgenreiche Aufgabe, die gerade deshalb Recht auf Unterstützung haben muss.

Gelingt es den Eltern die Neugierde, den Wissensdurst, die Lust am aktiven Ausprobieren (körperlich und geistig) zu wecken und zu erhalten, sind dies wichtigste Voraussetzungen für das Schullernen und sogar lebenslanges Lernen. Verschieden Beispiele könnten hier aufgeführt werden.

Auch mitentscheidend für die Entwicklung der Schullaufbahn des Kindes, ist das heutige Thema "Erziehung zwischen Elternhaus und Schule" oder konkret: die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.

Grundvoraussetzung für die gute Zusammenarbeit ist das gegenseitige Interesse am Geschehen, dass sich Eltern überhaupt für die Schule interessieren und die Schule auch interessiert ist am Elternhaus. – Interesse heisst allerdings für beide Parteien nicht einfach zu fordern und Bedingungen zu stellen, sondern auch eine gewisse Anteilnahme am Geschehen oder sogar Überlegungen anzustellen, wie kann ich den Gegenpart sinnvoll ergänzen und unterstützen, damit das Kind davon profitiert. So, wie es ja auch zwischen Elternpaaren sein sollte, wenn es um das Wohl ihres Kindes geht. Lehrer und Eltern sind im Kontext Schule genauso Erziehungspartner, ähnlich wie das Vater und Mutter in der Familie sind.

Für eine gute Zusammenarbeit ist eine möglichst klare Definition und Akzeptanz der Kernaufgaben des Elternhauses und der Kernaufgaben der Schule erforderlich. Früher war eine relativ klare Aufgabenteilung möglich. Heute laufen wir Gefahr, dass

versucht wird, immer mehr Aufgaben an die Schule zu delegieren. Erziehung kann aber nicht delegiert werden! Es ist eine gemeinsame Aufgabe mit unterschiedlicher Verantwortlichkeit und Zuständigkeit, die eben laufend geklärt werden muss.

Umso wichtiger ist der gegenseitige Informationsaustausch, das Eltern wissen, was in der Schule thematisiert wird und die Schule Kenntnisse hat vom Umfeld der ihr anvertrauten Schüler, von den Ressourcen, aber auch von den Sorgen und Nöten der Familien. Ein konstruktiver, regelmässiger Dialog zwischen Eltern und Lehrpersonen erleichtert und bereichert die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis. Das Kind muss spüren, dass Eltern und Lehrpersonen am gleichen Strick ziehen.

Eine gute Zusammenarbeit benötigt auch klare Regeln. Ich denke, darauf wird die Vertretung der Schule, Herr Steinacher sicher noch zu sprechen kommen.

Sogar gesetzlich ist geregelt, dass Eltern Rechte und Pflichten haben. Mit einem solchen Gesetz werden die beiden Pole, Elternhaus und Schule in Abhängigkeit gebracht. Ein solches Gesetz zeigt auch wie wichtig die Zusammenarbeit, das Miteinander von Schule und Elternhaus genommen wird. Aber das Gesetz zeigt nicht, dass das eine, das Elternhaus, eine ganz entscheidende Basis für das andere, die Schule, ist, wie ich zu Beginn meines Statements erläutert habe.

Deshalb bin ich als Vertreterin von Eltern und Elternorganisationen klare Verfechterin von Elternbildung schon während der Schwangerschaft, präventiv und nicht als Problembehandlung! Elternbildung als freudige, interessante Vorbereitung und Unterstützung für die komplexe, anspruchsvolle und schönste Aufgabe des Elternseins. Elternbildung sollte so selbstverständlich zum Elternsein dazugehören, wie Weiterbildung zu jeder anderen anspruchsvollen Aufgabe auch gehört.

Könnte Elternbildung in der Schule noch mehr integriert werden, zu aktuellen Themen und in Zusammenarbeit mit Fachstellen und Fachpersonen, würde das die Erreichbarkeit erhöhen und den Zugang zu bildungsungewohnten Eltern erleichtern und sicher auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus stärken.

Verena Herzog
Präsidentin TAGEO
Kantons- und Gemeinderätin

Geschrieben in Allgemein.

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